Die Geburt in der Südstadtklinik Rostock - mein Erfahrungsbericht


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Monatelang hat sich meine Frau zurück gehalten wegen diesem verkürzten Gebärmutterhals... und dann konnte sie machen was sie will und die Kleine wollte trotzdem nicht kommen. Doch dann, pünktlich auf den errechneten Geburtstermin genau ging es von einer Sekunde auf die andere los - sprichwörtlich! Um 13.37 Uhr schrieb mir meine Frau von einer ersten Wehe die anders war als alle bisherigen.

Der Tag der Geburt

Sind es diesmal die echten Wehen?

endlich papa tag 2 kreissaal und GeburtIch war noch auf Arbeit und wollte noch kurz abwarten. Wir hatten schon 2x Fehlalarme und wussten auch so langsam dass die Kleine nicht innerhalb einer halben Stunde kommt. Dann hatte sie 2 weitere Wehen innerhalb von ca. 9 Minuten Abständen. Ich wollte noch 2 abwarten und dann los fahren, doch sie bat mich gleich zu kommen, die Wehen waren extrem schmerzhaft und mit keiner vorher vergleichbar.

Also fuhr ich los, ich hatte auch noch knapp über 30 Minuten bis nach Hause. Zwischendurch hatte sie weitere regelmäßige Wehen, sprang noch kurz in die Wanne wo sie auf sogar auf 5 Minuten verkürzten. Sowas würden wir ganz sicher nie wieder machen, denn ich war noch um einiges weit von zu Hause entfernt. Doch nach der Wanne dehnten sich die Wehen dann wieder auf 8 Minuten aus.

Zu Hause angekommen lag meine Frau auf dem Bett mit roten Augen - ja! dachte ich so, das sind ganz sicher andere Wehen als bisher. Ich bin noch schnell mit unserer Hündin vor die Tür zum pullern, hab meiner Frau dann geholfen beim anziehen und los ging es.

 

Die Fahrt zum Südstadt Klinikum Rostock

Aber es geht nicht schnell los wenn die richtigen Wehen einsetzen, sondern eher langsam, SEHR langsam... einen Schritt nach dem anderen und natürlich setzt immer dann eine Wehe ein wenn man gerade in der Öffentlichkeit steht. Direkt vor dem Aufgang auf dem Bürgersteig, vor dem Südstadt Krankenhaus Rostock auf dem Parkplatz und im Krankenhaus vor einem vollen Wartezimmer.

Und natürlich darf man auch nicht wirklich schnell Auto fahren. Jeder noch so kleine Huckel bringt die Hochschwangere aus der Fassung... also heisst es langsam fahren, auch wenn die Wehen sich sogar schon auf 3 Minuten verkürzt haben und man natürlich eine rot Phase erwischt hat... egal an welche Ampel wir kamen, wir hatten rot 😲. Ich überlegte auch mehrmals über rot zu fahren aber es ist einfach zu gefährlich, ein Unfall ist das letzte was man da gebrauchen kann.

 

Im Kreissaal der Südstadtklinik Rostock

Hier geht es zum KreissaalUnd dann waren wir endlich im Südstadt Klinikum Rostock vor dem Kreissaal, ca. 1 1/2 Stunden nach der ersten Wehe angekommen. Ein Druck auf die Klingel, nach ein paar Sekunden öffnete sich die Tür und Hebamme Marielena begrüßte uns, die uns bis zum Ende durch die Geburt führen sollte. "Das sieht ja schon gut aus" sagte sie, denn meine Frau stand gekrümmt in der Tür und kam kaum vorwärts.

Zuerst ging es ins Wehenzimmer, ran an den Wehenschreiber und ja, das was das Gerät dort aufzeichnete sah schon sehr regelmäßig aus. Von der Intensität war es meist so im 50 bis 60er Bereich. Aber auch mal eine 100 war dabei, das höchste was ich entdecken konnte waren sogar später einmal 114.

 

Trotz kaum auszuhaltender Wehenschmerzen - keine PDA!

Es waren extreme Schmerzen die meine Frau da aushalten musste und obwohl sie schon ganz zu Beginn sagte dass sie das nicht aushält, dass sie das nicht schafft, wollte sie weiterhin keine PDA.

Und dabei blieb sie auch. Die Schmerzen wurden immer extremer und weder Schmerzmittel über den Tropf, noch Akupunktur halfen wirklich dabei dass sie weniger werden. Aber vielleicht wären die Schmerzen sonst tatsächlich noch stärker gewesen? Zumindest kaum vorstellbar...

 

Die Hebammen im Südstadt Klinikum Rostock

Mit der Habamme Marielena hatten wir wirklich Glück, bei dem 1. Fehlalarm ein paar Tage zuvor wo wir auch schnell mal in die Südstadt Klinik gefahre sind, bekamen wir eine mit der wir überhaupt nicht zufrieden waren. Recht unfreundlich machte sie uns klar dass das noch längst keine richtigen Wehen seien... Und ja, das war uns da auch wieder klar, denn die Wehen hatten sich fast komplett verzogen, doch als wir los gefahren sind, sah das alles ganz anders aus.

Doch diese war super und das obwohl sie anscheinend noch in Ausbildung war, also eine Hebammenschülerin. Es kam nämlich dann noch eine weitere dazu, Hebamme Silke, die sie teilweise immer anleitete aber immernoch woanders hin musste. Die meiste Zeit war also Hebamme Marielena alleine für uns da und sie lies uns nicht einmal spüren dass sie nicht wüsste was sie da macht oder dass sie irgendwie unsicher wäre. Nein, sie machte ihre Arbeit super und wir waren am Ende sehr froh sie gehabt zu haben.

 

Die Geburt... 

Die ganzen Details von der Geburt selbst lass ich hier mal weg, jedenfalls hatten wir eine sehr schnelle Geburt. 13.37 Uhr die erste Wehe, kurz nach 15 Uhr im Südstadt Klinikum Rostock und 19.13 Uhr wurde unsere Kleine Edda Imme dann schon im Kreissaal geboren. Davon können andere Erstgebärende wohl nur träumen hab ich so gehört. So eine schnelle Geburt überrollt einen aber auch natürlich, doch am Ende waren wir riesig froh es schnell geschafft zu haben. Nur soviel: Ich habe ja mit viel gerechnet aber das hat wirklich alles gesprengt was ich mir vorgestellt habe 😲

Es ist der Wahnsinn wenn der Kopf der Kleinen schon draussen ist - ich musste weg gucken, meine Emotionen hätten sonst die Überhand genommen. Also Blick auf meine Frau für das Finale...

Und auf einmal war unsere Tochter geboren und sie fing auch gleich zu schreien an. Ein wahnsinnig schönes Gefühl, unbeschreiblich, mit nichts zu vergleichen. 9 Monate lang im Bauch und dann auf einmal konnten wir sie endlich in Händen halten.

Natürlich habe ich auch die Nabelschnur durchgeschnitten - die Trennung von Mutter und Kind vollzogen. Wenn ich die letzten 9 Monate auch nicht wirklich meiner Frau bei der Schwangerschaft und Geburt etwas abnehmen-, sondern nur unterstützend helfen konnte... die richtige Trennung der Beiden habe ich dann durchgeführt :-).

 

Die Nachgeburt, der Mutterkuchen

Überhaupt nicht ekelig aus meiner Sicht, sondern eher sehr interessant was dann nach der eigentlichen Geburt noch raus kommt - die Nachgeburt ist das worüber unsere Tochter und worüber jedes andere Kind ernährt wurde. Die Hebammen Schülerin hat das ausgebreitet und sauber gemacht um nachzuschauen ob auch alles vorhanden ist und nichts fehlt und uns dabei alles ein wenig erklärt. Extrem interessant und kann ich jedem nur empfehlen. Das zeigt einem noch besser bzw. lässt es einen noch besser verstehen, was in den letzten 9 Monaten dort im Bauch eigentlich passiert ist.

Nach ein paar Kuscheleinheiten von Mama und Tochter, wurde sie gewogen und vermessen. 49 cm, 3120 gramm und ein Kopfumfang von 33 cm. Also eine Zarte aber ich fand sie eher riesig. Dieser "kleine" Mensch war in dem Bauch meiner Frau. Unglaublich! Wie hat sie da nur reingepasst?

 

Das erste mal Stillen

2 Stunden lang nach der Geburt mussten wir noch in dem Raum bleiben. Währenddessen durfte unsere Kleine zum ersten mal trinken bzw. es versuchen. Ist gar nicht so einfach das erste Mal und das Kolostrum, also diese Vormilch, kommt nicht so super locker flockig raus geschossen wie die spätere Hauptmilch.

 

Die Entbindungsstation...

Die Geburtsstation in der Südstadtklinik RostockDann gab es nochmal eine Untersuchung ob alles gut aussieht und erst dann ging es endlich hoch in die Entbindungsstation aufs Zimmer. Es war schon recht spät, von daher blieb ich dann auch nicht mehr lange dort und bin dann alleine nach Hause wo unsere Hündin auch schon gewartet hat.

Das war der Tag der Geburt unserer Tochter im Südstadt Klinikum Rostock. Ein unvergesslicher Tag der alles was ich mir vorgestellt habe von einer Geburt, gesprengt hat - von den Schmerzen, den Emotionen, dem hilflosen daneben stehen und nicht wirklich helfen können...

 

 

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